Hypothekendarlehen

Immobiliendarlehen: Sollten sie jetzt aufgenommen werden?

Verfasst von MoneyController am 17.05.2021

Was für eine finanzielle Herausforderung kann der Kauf eines Eigenheims sein? Und erneut: Lohnt es sich angesichts der Bedingungen auf dem Immobilien- und Kreditmarkt, ein Immobiliendarlehen aufzunehmen? Die Zeitschrift Fondsprofessionell kommentierte den "Trendindikator Baufinanzierung" mit einigen interessanten Überlegungen des Immobilienfinanzierers Dr. Klein, die es wert sind, kurz zusammengefasst zu werden.

Es ist sehr interessant, die durchschnittliche Kreditsumme zu vergleichen, die die Deutschen als Immobilienfinanzierung aufnehmen. In den letzten sechs Monaten reichte die Spanne von 297.000 Euro im Januar bis 304.000 Euro im März. Die neuesten Daten (April) sprechen von Darlehen über einen Betrag von durchschnittlich 303.000 Euro. Ein leichter Rückgang. Michael Neuman, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein, schließt jedoch nicht aus, dass diese Zahl noch weiter steigen könnte, getrieben durch die wachsende Nachfrage nach Wohnungen und Bauvorhaben auf dem deutschen Immobilienmarkt und des daraus resultierenden Preisanstiegs.

Wenn es schon interessant ist, das durchschnittliche Volumen der Baufinanzierungen in den letzten Monaten zu vergleichen, so ist das Ergebnis wirklich überraschend, wenn man dies über die letzten zehn Jahre hinweg tut. Im Jahr 2011 betrug der durchschnittliche Betrag eines Immobiliendarlehens weniger als die Hälfte: 145.000 Euro. Was hat sich in den letzten zehn Jahren auf dem Immobilienmarkt verändert, um diese Unterschiede zu rechtfertigen?

Es gibt mindestens zwei Phänomene, die erwähnt werden sollten. Das erste ist der stetige Anstieg der Immobilienpreise auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Das zweite ist der fortlaufende Rückgang der Zinssätze, wodurch die Finanzierung für den Kauf einer Immobilie zunehmend vorteilhafter wird. Es ist daher schwer zu verstehen, wie viel die Deutschen wirklich bereit sind, für ihr Haus zu bezahlen, wenn man sich nur die einfachen absoluten Zahlen für die Baufinanzierungen ansieht.

Dr. Klein gibt das folgende Beispiel. Nehmen wir eine durchschnittliche Baufinanzierungssumme von 150.000 Euro. Nun, bei einer Zinsbindung von zehn Jahren, einer Tilgung von zwei Prozent und einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent sollte es laut Dr. Klein so viel im Monat kosten: 394 Euro. Zugegeben, die Zahl ist schon etwas höher als Anfang des Jahres, als die Zinsen noch niedriger waren. Die Kosten für das Darlehen hätten 368 Euro betragen. Aber im Jahr 2011 hätte die Rate für dieses Darlehen sogar 803 Euro pro Monat betragen müssen.

Viele Deutsche haben erkannt, dass dies sehr günstige Umstände sind, um die notwendige Finanzierung für den Kauf einer Immobilie zu erhalten. Deshalb, so Immobilienexperte Neumann, sind sogenannte Forward-Darlehen bei den Darlehensnehmern sehr beliebt. Dank dieser Finanzierungsform lässt sich die Dauer der Zinsbindung strecken(die durchschnittliche Laufzeit beträgt 13 Jahre und 2 Monate).

Abschließend interpretiert Neumann den ausbleibenden Anstieg des durchschnittlichen Baufinanzierungsvolumens in den letzten Monaten folgendermaßen: Die Deutschen wissen, dass sie es aus zinspolitischer Sicht nicht eilig haben müssen. Ein signifikanter Zinsanstieg ist noch lange nicht in Sicht. Im Falle, dass es für sie tatsächlich bequemer wäre, hätten sie Zeit, die Aufnahme einer Baufinanzierung für den Kauf eines Hauses noch hinaus zu zögern. 

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