Wertbeständig

Gold bleibt ein emotionales Investment

Verfasst von MoneyController am 01.07.2021

Wie lohnenswert ist es wirklich, in Gold zu investieren? Zu diesem Thema berichtet Fondsprofessionell über die Überlegungen von Michael Thaler, Vorstand von Top Vermögen.

Sind wir wirklich sicher, dass sich eine Investition in Gold lohnt? Ist es nicht vielleicht sein historisches Ansehen, das uns dazu veranlasst, zu investieren und das gelbe Metall zu kaufen, anstatt uns auf eine Analyse der Risiken und Renditen, die es bieten kann, zu verlassen. Thaler zeigt in der Tat auf, wie sich unser Urteil über Gold aufgrund einer anderen Perspektive verändern kann.

In den letzten fünf Jahren ist der Wert von Gold tatsächlich um 50 % gestiegen, aber wenn wir die letzten zehn Jahre betrachten, geht die Rendite gegen Null. Hinzu kommt eine weitere Tatsache: Die Nachfrage nach Gold variiert sicherlich je nach Unsicherheitssituation an den Märkten; aber selbst in Zeiten des Marktwachstums – in denen Gold vorzugsweise zur Liquiditätsbeschaffung für die Wiederanlage in Aktien verwendet werden könnte - ist die Nachfrage nach Gold immer noch beträchtlich. Wie Thaler schreibt, müsse man daher zu dem Schluss kommen, dass Gold eher ein "emotionales Investment" bleibe.

Laut Thaler werde Gold jedoch in den kommenden Jahren objektiv ein günstiges wirtschaftliches und finanzielles Umfeld vorfinden. Ein kräftiger Zinsanstieg sei noch lange nicht in Sicht. Das bedeutet, dass die Realzinsen, d.h. die Zinssätze, von denen der Wert der Inflation abgezogen wird, wahrscheinlich im Null- oder negativen Bereich bleiben werden. Die Banken, so Thaler, werden dieses Phänomen verschleiern und es auf die Betriebskosten schieben. Aber die Wahrheit ist, dass bei der Bank deponiertes oder in Staatsanleihen investiertes Geld, nicht in der Lage sein werde, eine reale Rendite zu erwirtschaften. Wenn also Geld im Laufeder Zeit unaufhaltsam an Wert verliere, könne eine Investition in einen sicheren Hafen wie Gold, das in der Lage ist, den Wert zu erhalten, eine gute Lösung sein.

Interessant sind schließlich die Überlegungen von Thaler zur bevorzugten Anlageform in Gold. Einerseits, wenn man glaube, dass die Märkte zusammenbrechen könnten, sei es der beste Rat, Barren und Münzen, also physisches Gold, zu kaufen und in der Bank oder sogar zu Hause zu lagern. Wenn man hingegen sein Portfolio nur gegen Inflation absichern wolle, könne man problemlos in Produkte wie Xetra-Gold, also in Form von besicherten ETCs, investieren.

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