Rohstoffe

Den Super-Boom bei den Rohstoffen ausnutzen

Verfasst von MoneyController am 22.11.2021

Die Gaspreise haben sich vervierfacht, und die Kosten für Rohstoffe wie Öl und Weizen sind so hoch wie seit acht bzw. dreizehn Jahren nicht mehr. Wir befinden uns inmitten eines Booms der Rohstoffpreise. Darüber berichten Christoph Platt, Klaus Schachinger und Andeas Hohenadl in der Zeitschrift „Euro am Sonntag“.

Rohstoffpreise so hoch wie schon lange nicht mehr

Auffallend ist, dass die europäischen Gasspeicher nur zu 77 % gefüllt sind, während der saisonale Durchschnitt bei 90 % liegt. Die Gasknappheit wird sich bald auch in den Abrechnungen bemerkbar machen. Doch nicht nur Gas oder Öl verzeichnen Rekordpreise: Der Industriemetallindex der weltweit wichtigsten Metallbörse in London (LME) hat neue Höchststände erreicht, angetrieben von den Preisen für Industriemetalle wie Zinn, Zink, Aluminium und Kupfer. Die Preise für Weizen und Mais stiegen um 30 bis 40 %, während sich der Preis für Kaffee sogar verdoppelte. Der Grund für diese Preissteigerungen liegt in den meisten Fällen in einer deutlich überhöhten Nachfrage im Vergleich zum Angebot.

Die Nachfrage schlägt das Angebot und treibt die Preise in die Höhe

Der Ölpreis ist stark angestiegen, da die Nachfrage das Angebot seit vielen Monaten übersteigt. Diese Dynamik wurde nur teilweise durch den Anstieg der OPEC+-Produktion sowie durch den Einsatz der Fracking-Technologie ausgeglichen, auf die die derzeitige US-Regierung nicht setzen will. Aus Sicht der Rohstoffe verschärft sich die Situation gerade durch das Energieproblem: Um die steigende Nachfrage zu befriedigen, muss die mineralgewinnende Industrie mehr Energie einsetzen, was jedoch immer mehr kostet. Infolgedessen gehen die Vorräte, insbesondere an Kupfer und Zinn, rapide zur Neige. Die gleiche Dynamik zeigt sich auf dem Terminmarkt: Auch hier will niemand warten, im Gegenteil, die Anleger wollen vor allem auf die bald zu liefernden Metalle setzen.

Engpässe und Energiepreise

Selbst bei den Agrargütern gab es, wie bereits erwähnt, beeindruckende Zuwächse, die von bescheidenen +11 % bei Kakao bis zu +102 % bei Kaffee reichten. Auch hier spielten die Energiekosten eine wichtige Rolle, ebenso wie die Staus im Containerverkehr vor den Häfen. Edelmetalle hingegen scheinen, wie in der eingehenden Analyse festgestellt wird, von dieser Explosion der Rohstoffpreise nicht betroffen zu sein, mit Ausnahme von Platin. Solange auf den Märkten reichlich Liquidität vorhanden ist und die Wirtschaft wächst, wird es schwierig sein, einen signifikanten Anstieg der Edelmetallpreise zu sehen. Im Gegenteil, Industriemetalle werden definitiv weiterhin gefragt sein, da sie eine wesentliche Ressource für den Aufbau der technologischen Infrastruktur im Zusammenhang mit der Energiewende darstellen. Etwas komplizierter ist der Diskurs bei fossilen Energieträgern, da diese langfristig abnehmen werden, aber immer noch eine steigende Nachfrage haben, selbst in Gebieten, die weit von unseren Breitengraden entfernt sind, wie z. B. in den Schwellenländern.

Wie man in Rohstoffe investiert

Um in Rohstoffe zu investieren, gibt es spezielle Indizes, auf die man setzen kann, wie zum Beispiel Exchange Traded Commodities (ETCs). Ebenso gibt es eine Vielzahl von Investmentfonds, derivative Produkte wie Futures oder Beteiligungen an Unternehmen (auch an solchen, die an der Produktionskette beteiligt sind), denen der eingangs erwähnte Artikel abschließend Rechnung trägt und etwas ausführlicher zu berichten versucht.

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