Finanzmärkte / Wirtschaft

Konjunkturerwartungen bremsen die Märkte

Verfasst von MoneyController am 28.07.2021

Die Prognosen zum Wirtschaftswachstum dämpfen die Begeisterung der Aktienmarktteilnehmer. Darüber berichtet auch Markus Frühauf in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Die FAZ berichtet über die Ansichten des Chefökonoms von Bantleon, Daniel Hartmann, der die Strategie des Vermögensverwalters sehr deutlich aufzeigt: Reduzierung der Übergewichtung von Aktien, begründet mit der Aussicht auf eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums, was sich auch auf die Märkte auswirken werde. Steht also ein Börsencrash bevor? Hartmann ist nicht so drastisch: Die Abwärtskorrektur des Konjunkturbarometers werde einfach einem geringeren Börsenwachstum entsprechen. Schließlich würde die Verlangsamung auf einen wirklich erstaunlichen Anstieg folgen, nämlich den nach der pandemiebedingten Finanzkrise im März: ein Anstieg von 70 % bei europäischen Indizes wie dem DAX30 und dem Euro Stoxx 50 sowie ein Anstieg von 55 % beim Schweizer SMI.

Wie Hartmann ist auch Mark Holman, CEO des Vermögensverwalters TwentyFour Asset Management, einer Tochtergesellschaft der Schweizer Bank Vontobel, der Ansicht, dass die Märkte nun versuchen, etwas einzupreisen, was sie bisher nicht wirklich berücksichtigt hatten: Ein mögliches Wiederaufflammen der Pandemie aufgrund der Delta-Variante, das reale wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte. Vor allem in Ländern, in denen die Impfkampagne noch lange nicht abgeschlossen ist, wie z. B. in China, bestehe die Gefahr, dass man zu einer Politik der Schließungen von Produktions- und Handelstätigkeiten zurückkehrt. Selbst wenn diese Maßnahmen gezielt eingesetzt würden, bestehe die Gefahr, dass sie zu einer weiteren Überlastung der Lieferkette von Waren und Komponenten führen und das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen.

Auch laut Chris Iggo, Chefanlagestratege von Axa Investment Managers -dessen Meinung die FAZ ebenfalls anführt - könnte die Delta-Variante für eine Rückkehr zu restriktiven sozialen Maßnahmen sowie einen erhöhten Druck auf die Gesundheitssysteme mit Folgen für die Wirtschaft verantwortlich sein. Dennoch schätzt Iggo die Aussichten für die Märkte, insbesondere die Aktien- und Kreditmärkte, insgesamt als positiv ein. Zunächst einmal werde die expansive Geldpolitik den Finanzmärkten noch lange Zeit den Treibstoff für ihr Wachstum liefern. Darüber hinaus scheinen die Inflationsaussichten auf eine Verlangsamung hinzudeuten. In den kommenden Wochen sei also viel zu erwarten, aber sicherlichkeine Überhitzung des Anleihemarktes. So könnten beispielsweise US-Staatsanleihen bald wieder eine Rendite von 1 % erreichen, nachdem sie auf dem Höhepunkt der Inflationsangst einen Höchststand von 1,76 % erreicht hatten.

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