Immobilien

Zum Vermögensaufbau gehört auch das Eigenheim

Verfasst von MoneyController am 12.07.2021

In Deutschland ist die Vermögensverteilung im Vergleich zu anderen Ländern aus einem ganz bestimmten Grund besonders ungleich: der niedrigen Quote an Immobilienbesitz.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat in einer Sonderausgabe des "DIW Wochenberichts" die Einführung einer sozialen Kaufprämie vorgeschlagen, die ein klares Ziel hat: Den Erwerb von Immobilien für einkommensschwache Familien zu fördern. Zu diesem Thema berichtet Cash.online über die Meinung von Claus Michelsen, Immobilienökonom und bis Ende Juni Leiter der Wirtschaftsforschung am DIW Berlin: Für Michelsen sind Immobilien ein Schlüssel zu einer gerechteren Vermögensverteilung auch in Deutschland.

In Deutschland gibt es die "Wohnungsbauprämie". Doch wie Michelsen zusammen mit seinem Kollegen Konstantin Kholodilin aufzeigt, hat diese sowohl Grenzen als auch Potenzial. Die größten Beschränkungen seien die Einnahmen- und Ausgabenobergrenzen, die seit Jahren unzureichend sind. Das größte Potenzial liege darin, dass die deutschen Haushalte dank der Wohnungsbauprämie einen guten Weg in Richtung Sparen gehen würden. Um die Wirksamkeit zu maximieren, schlagen die beiden vor, die Prämien vor allem für Geringverdiener zu erhöhen, die Einkommensgrenzen zu flexibilisieren und die Prämie mit der Arbeitnehmersparzulage zu kombinieren oder, wie Markus M. Grabka vorschlägt, mit der sogenannten „Sozialkaufprämie“ zu ergänzen.

Darüber hinaus stellt der Immobiliensektor einen weiteren möglichen Treiber für sozialen Ausgleich dar. So liegt zum Beispiel die Grund- und Vermögensteuer in Deutschland unter dem Durchschnitt der OECD-Länder und weit unter dem Niveau in Frankreich und England. Cash.online berichtet auch über den Reformvorschlag des DIW-Steuerexperten Stefan Bach und Sebastian Eichfelder von der Universität Magdeburg, Immobilien mit einer klaren Umverteilungsabsicht zu besteuern. Auch Michelsen stimmt damit überein, dass ein gewisses politisches Eingreifen notwendig sei: "Wohnen ist ein großes soziales Thema unserer Zeit - es muss ganz nach oben auf die Agenda und dort auch nach der Bundestagswahl bleiben.“

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