Altersvorsorge

Auch die private Altersvorsorge schaut auf ESG

Verfasst von MoneyController am 08.01.2021

Alternative Formen der privaten Altersvorsorge entdecken den ESG-Sektor. Guido Bader und Ralf Berndt bestätigen dies in einem Interview mit der Website „Das Investment“. Beide sitzen im Vorstand der Branchengesellschaften Stuttgarter Lebensversicherung, Stuttgarter Versicherung Holding, Stuttgarter Versicherung und Direkte Leben Versicherung.

Das Jahr 2020 beeinflusste die Nachfrage an zusätzlicher Altersvorsorge. Einerseits ist die Nachfrage nach betrieblicher Altersvorsorge durch die Unternehmen zurückgegangen und bleibt weiterhin eher moderat. Der Grund dafür liegt in der schwierigen wirtschaftlichen Situation vieler Unternehmen. Die betriebliche Altersvorsorge ist einer der Bereiche gewesen, der am stärksten von Budgetkürzungen betroffen war. Andererseits ist aber auch die Nachfrage von Privatpersonen stark angestiegen. Das Klima der Unsicherheit in diesem Jahr hat die Kleinsparer für das Thema Vorsorge sensibilisiert, ein nützliches Instrument, um möglichen Risiken entgegenzuwirken und ein kleines Vermögen für die Zukunft aufzubauen.

Bader und Berndt fügen dem Gesagten ein sehr wichtiges Element hinzu: Sie sagen, dass 60% der neuen Anträge auf Zusatzrenten explizit auf nachhaltige Anlagen Bezug genommen haben. Kleinsparer möchten also mit Blick auf die möglichen positiven Auswirkungen auf Umwelt und Klima investieren. Das Problem - fügen Bader und Berndt hinzu - ist, dass sie sehr wenig über das Thema wissen und bei der Auswahl von Produkten mit mehr Informationen begleitet werden möchten.

Im Laufe des Interviews schildern Bader und Berndt die Aktivitäten ihrer Unternehmen, die als gutes Beispiel dafür dienen können, wie sich der Markt der Altersvorsorge entwickelt. In erster Linie sollen CO2-freie Unternehmen begünstigt werden, sowie der Fokus auf nachhaltige Ressourcen wie Wind-, Photovoltaik- und Wasserkraft gelegt werden, aber auch auf Formen der Mikrofinanzierung (Unternehmen, die sich typischerweise mit Mikrokrediten befassen).

Auch wenn es noch nicht möglich ist, die Qualifikation des nachhaltigen Investierens auf die gesamte Produktpalette auszudehnen (was in ihrem Fall auch die Versicherungsbranche betrifft), so ist es interessant, dass Bader und Berndt über die Notwendigkeit eines externen Datenanbieters zur Zertifizierung von ESG-Investitionen sprechen. Nur so lässt sich genau feststellen, ob und inwieweit eine Investition den 17 von den Vereinten Nationen festgelegten Punkten entspricht.

Interessant ist auch ihre Meinung über die EU-Gesetzgebung zu nachhaltigen Investments. Es sei richtig, sagen sie, die Verbreitung von ESG-Produkten zu fördern, aber zu viel Bürokratie könne zu Ineffizienzen auf dem Markt führen. Anders ausgedrückt: Es bedeutet, den Sektor mit zusätzlichen Kosten zu belasten. „Ein weiteres Infoblatt zum Thema Nachhaltigkeit“, sagt Bader, „erscheint mir nicht dringend notwendig“.

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