Staatsanleihen und Zinsen

Die Zukunft des Marktes und der Anleihen

Verfasst von MoneyController am 07.12.2021

Daniel J. Ivascyn, Chef-Investmentstratege bei PIMCO, gab „Das Investment“ ein interessantes Interview über die Anlagestrategien des Unternehmens.

Das US-Zinsszenario

Die internationale Lage ist immer noch voller Unbekannter. Ivascyn glaubt an die allgemeine Erholung der Wirtschaft. Er verschweigt aber auch nicht die Hindernisse, auf die diese Erholung stoßen wird. Das Wiederaufflammen der Pandemie hat die Begeisterung der Märkte gedämpft. Aus geldpolitischer Sicht könnten sich im Jahr 2022 zwei Szenarien ergeben: Einerseits eine tatsächliche Straffung der Geldpolitik, andererseits ein weiterer Aufschub dieser Maßnahmen, sollte sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern. Tatsächlich wurden beide Szenarien in den Ankündigungen der Federal Reserve vorhergesehen. In den USA ist es auch möglich, dass die Konjunkturprogramme, wie Ivascyn sagt, auf der Strecke bleiben: Die Republikaner haben eine reelle Chance, das Repräsentantenhaus zu gewinnen und viele Maßnahmen der Regierung von Joe Biden fortan zu blockieren.

Makroszenarien und Aussichten für Anleihen

Die Zukunft der Investitionen wird laut Ivascyn von drei bedeutenden Phänomenen geprägt sein. Das erste ist die Inflation, mit der das Thema der Überschuldung in Verbindung gebracht werden kann: Weltweit, so argumentiert er, sei die Verschuldung weitaus höher, als irgendjemand derzeit in der Lage wäre, zurückzuzahlen; eine Lösung, um diese Schulden tragfähiger zu machen, sei eben die Inflation. Das zweite Phänomen ist die Zunahme von nachhaltigen Investments und der „grünen“ Ökonomie. Schließlich ist da noch die technologische Entwicklung, die durch die Pandemie nicht nur nicht gebremst, sondern sogar beschleunigt wurde. Nach Ansicht von Ivascyn könnte dieses Wachstum die Realzinsen noch weiter in die Höhe treiben und damit den Druck auf hochwertige festverzinsliche Anleihen weiter erhöhen. Dievon Ivascyn erwähnte Income-Strategie von PIMCO, befasst sich genau mit diesem doppelten Problem: Marktrisiken auf der einen Seite und enge Anleihe-Spreads auf der anderen. Ein Beispiel ist der Kauf von Produkten wie „Treasury Inflation Protected Securities“, die dazu dienen, das Portfolio vor Inflationsangst zu schützen.

Anleihen-Asset-Allokation und Schwellenländer

Auf der Anleihenseite sieht Ivascyn vielversprechende Chancen bei Finanzwerten (die sich angesichts der Pandemie als widerstandsfähig, gut reguliert und kapitalisiert erwiesen haben), aber auch bei Titeln aus Bereichen, die an der wirtschaftlichen Erholung partizipieren konnten, wie Fluggesellschaften oder der Tourismus- und Freizeitsektor. Festverzinsliche Wertpapiere, typischerweise Staatsanleihen, werden von einer weniger lockeren Geldpolitik betroffen sein, was bedeutet, dass sie volatiler sein werden. Generell könne man davon ausgehen, dass die Renditen im Durchschnitt niedriger ausfallen werden als in den vergangenen zwei Jahren, in denen viele Marktsegmente überhitzt waren. Die Schwellenländer seien eine gute Quelle für die Diversifizierung des Portfolios, auch wenn der Fondsmanager darauf hinweist, dass es innerhalb dieser Makrogruppe von Ländern große Unterschiede gibt. Flexibilität und Risikoabsicherung sind letztlich die Schlüsselbegriffe der Strategie von Ivascyn.

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