Staatsanleihen und Zinsen

Anleihen: worauf man aufpassen sollte

Verfasst von MoneyController am 12.05.2022

Nach einer Periode relativer Marginalität hat der Anleihemarkt schnell wieder eine wichtige Rolle in der Finanzdebatte eingenommen. In einer Publireportage, die in der Zeitschrift 'Cash' veröffentlicht wurde, erörtert Dominik Sacherer, Portfolio Manager Fixed Income bei Baloise Asset Management, einige der wichtigsten Aspekte im Zusammenhang mit diesem Thema.

Inflation und Zinssätze

Wenn man heute über Anleiherenditen spricht, muss man von einer Inflation ausgehen, die im März in den USA 8,5% und in der Eurozone 7,4% erreichte. Die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank richten ihre Geldpolitik genau nach diesen Daten aus. Natürlich hat die Federal Reserve (in diesem Fall auch die Bank of England) beschlossen, entschlossen zu intervenieren und die Leitzinsen anzuheben, die bereits Ende 2022 2% erreichen könnten, wie Sacherer glaubt. In diesem Bereich ist die EZB viel vorsichtiger und die erste Zinserhöhung wird für Ende 2022 angenommen. Das letzte Mal, dass die EZB die Zinssätze angehoben hat, war im Jahr 2011.

Inflation und der reale Wert von Anleihezinsen

Die Inflation ist nicht nur die Grundlage für die aktuelle Politik der Zentralbank: Sie ist auch ein Indikator für die Berechnung des realen Wertes von Anleiherenditen, der durch Subtraktion der erwarteten Inflationsrate vom Nominalwert berechnet wird. Es geht genau genommen um Inflationsprognosen, die unmöglich exakt durchgeführt werden können, auch wenn man einige Anhaltspunkte sammeln kann: Sacherer geht insbesondere davon aus, dass diese Werte deutlich über den Erwartungen der Zentralbanken liegen werden (die eine physiologische Rate von 2% anstreben). Er begründet dies mit den neuen Engpässen in der Lieferkette und dem fortschreitenden Embargo Russlands, das ein Nettoexporteur von Rohstoffen ist (deren Preise immer weiter steigen werden).

Duration und kurzfristige Anleihen

Sacherer spricht über Anleiheninvestitionen vor allem in Bezug auf bestimmte institutionelle Fonds, wie z.B. Pensionsfonds, die per Gesetz verpflichtet sind, einen bestimmten Anteil an Anleihen zu halten. Da steigende Zinsen das Kreditrisiko und damit auch das Risiko von Anleihen erhöhen, spricht Sacherer darüber, wie sich sein Unternehmen auf Anleihenfonds mit niedriger modifizierter Duration konzentriert (die Duration misst den Grad der Korrelation zwischen einer Anleihe und steigenden Zinsen). Im Zusammenhang mit der Anleihenstrategie der Bâloise erwähnt Sacherer das erneute Interesse an Staatsanleihen mit Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren: Die Renditen sind so stark gestiegen, dass sie für viele Anleger wieder attraktiv geworden sind. Was die längeren Laufzeiten betrifft, hat sich die Situation jedoch nicht wesentlich verändert.

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