Finanzprodukte

Aktiv versus passiv: Wer gewinnt?

Verfasst von MoneyController am 02.04.2021

Das Portal Morningstar vergleicht in seinem "Aktiv-Passiv-Barometer" regelmäßig die Performance zahlreicher Fonds und unterteilt sie in die beiden Makro-Kategorien aktive Investmentfonds und passive ETFs. Schauen wir uns an, zu welchen Schlussfolgerungen das zuletzt veröffentlichte "Barometer" gelangt ist.

Das Ergebnis scheint eindeutig: 50,2% der aktiven Fonds hatten im Jahr 2020 eine bessere Performance als passive Fonds. Die Daten von Morningstar beziehen sich auf Europa und berücksichtigen 21.000 aktive Fonds, die 4.400 Milliarden Euro an Vermögenverwalten. Dies ist eine ausgesprochen repräsentative Stichprobe, da sie etwa einem Drittel des Gesamtvolumens in diesem Sektor entspricht. Zwei Aspekte machen diese Berechnung besonders interessant. Der erste ist, dass Morningstar die Kosten der Fonds berücksichtigt (im Gegensatz zu den üblichen Marktbarometern). Der zweite ist, dass das Portal das Investitionsvolumen der einzelnen Fonds berücksichtigt. Es gibt also Fonds, die weit mehr zum Endergebnis beitragen als andere.

Die gute Performance der aktiven Fonds gegenüber ihren passiven Konkurrenten wird stark geschmälert, wenn die Zeitperspektive verlängert wird. Die beiden Autoren der Studie, Dimitar Boyadzhiev und Ben Johnson, weisen darauf hin, dass in der Dekade von 2010 bis 2020 die Mehrheit der aktiven Fonds in nur zwei der fünfundsechzig untersuchten Kategorien eine bessere Performance als ETFs erzielte. Darüber hinaus übertrafen nur weniger als 25% der aktiven Fonds ihre passiven Konkurrenten bei zwei Dritteln der betrachteten Kategorien.

Es gibt jedoch Bereiche, in denen aktives Management einen deutlichen Vorteil gegenüber passivem Management hat. Bei dänischen Aktien zum Beispiel schnitten 53% der aktiven Fonds besser ab als ETFs. Bei britischen Mid-Cap-Aktien steigt der Prozentsatz auf 70%. Selbst bei Aktien mit Fokus auf Hongkong, Indien oder Norwegen konnten die aktiven Manager ihre passiven Konkurrenten über einen 10-Jahres-Zeitraum gesehen schlagen. Die Studie zeigt jedoch, dass sich der Vorteil deutlich verringert, wenn Kern- und Standardmärkte betrachtet werden.

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