Anlagen

Aktien: kleine Preise, große Renditen

Verfasst von MoneyController am 11.02.2021

Wie soll man den Wert einer Aktie beurteilen? Die einfachste Antwort könnte so lauten – nach ihrem Preis. In Wirklichkeit ist dies nicht immer der Fall. Tatsächlich repräsentiert der Aktienkurs nicht unbedingt den Wert des zugrunde liegenden Unternehmens. Ein Maßstab, den einige Finanzanalysten bevorzugen, ist zum Beispiel die Bilanzsumme des Unternehmens, das die Aktien ausgegeben hat.

Es gibt einen weiteren Irrglauben, den es zu entlarven gilt: Die Vorstellung, dass Aktien, die mehr wert sind, auch eine bessere Performance erzielen. Im Gegenteil: Sven Lehmann, Partner und Fondsmanager bei HQ Trust, hat eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass gerade Aktien mit niedrigeren Kursen eine bessere Performance aufweisen als andere.

Lehmann verglich eine Gruppe von Aktien aus den USA, Großbritannien, Japan und auch der Eurozone mit dem DS World Index. Anschließend teilte er sie in zehn homogene Gruppen (der statistische Fachbegriff lautet „Dezil“) in aufsteigender Reihenfolge ein, je nach Preisniveau. Danach wurde die Rendite des Mittelwertes auf monatlicher Basis berechnet und die Ergebnisse miteinander verglichen. Der Ausgangspunkt für die Analyse war 1980.

Nun, seit mindestens 40 Jahren übertreffen die billigsten Aktien die teuersten Aktien: „Das Phänomen, dass Aktien mit einem absolut niedrigen Preis besser performen, existiert im Mittel über die vergangenen 40 Jahre und in unterschiedlichen Regionen“, heißt es auf der Website von HQ Trust. Dies ist sehr deutlich zu sehen, wenn man sich die Extreme der zehn Stichproben ansieht: Die absolut billigsten Aktien schnitten anteilig besser ab als alle anderen; die Aktien mit den höchsten Kursen hingegen waren die Schlechtesten aus Sicht der Performance.

Tatsächlich reicht die Standardabweichung der teuersten Aktien von -1,2% bis -2,1%. Die Standardabweichung der billigen Aktien reicht von +0,6% bis +1,2%. Der Wertebereich wird durch das Herkunftsland der Aktien und ihre relative Performance, besser oder schlechter, bestimmt.

Diese Dynamik gilt jedoch nicht in allen Marktsituationen. Interessanterweise sind es in der Regel die billigen Aktien, die profitieren, wenn der Markt nach oben geht. Fällt der Markt hingegen, sind es die teureren Aktien, die widerstandsfähiger sind: „Den Mehrertrag liefern Aktien mit niedrigem Preis meist, wenn der Markt stark steigt. Hoch notierte Aktien liefern ihre Outperformance dagegen eher bei Markteinbrüchen“.

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