Anlagen

Aktien und Anleihen - Prognosen für ein Jahrzehnt

Verfasst von MoneyController am 22.04.2021

Das Magazin Fondsprofessionell hat eine interessante Auflistung mit Ertragsaussichten für verschiedene Finanzanlageklassen zusammengestellt, die von einigen führenden Vermögensverwaltungsunternehmen aufgestellt wurden. Der interessanteste Aspekt dieser Zusammenstellung ist, dass diese Gewinnprognosen nicht für das nächste Jahr, sondern für das nächste Jahrzehnt gelten.

Die Vorhersage der Wertentwicklung einer Aktienklasse ist bereits kompliziert, wenn man in Quartalszeiträumen denkt, geschweige denn über Jahre oder gar ein Jahrzehnt. Eine Langzeitprognose ist aber, wie das Magazin betont, nicht nur nicht so abwegig, wie es scheinen mag, sondern hat auch einen entscheidenden Vorteil. Zunächst einmal ist es im Investitionsbereich ganz normal, langfristige Prognosen zu erstellen. Es ist allgemein bekannt, dass die Märkte dazu neigen, die geduldigsten Anleger zu belohnen. Im Artikel nimmt der Leiter des Portfoliomanagements beim Family Office HQ Trust, Marcel Müller, Stellung. Obwohl sich Vermögensverwalter große Mühe gäben, die Wertentwicklung eines Portfolios zu überwachen und einige Teile entsprechend der Marktentwicklung anzupassen, bleibe der Kern der Asset-Allokation laut Müller über die Jahre hinweg meist der ursprüngliche. In der Tat sei die Treue zu einer Strategie die Voraussetzung dafür, dass ihre geplanten Auswirkungen realisiert werden könnten.

Langfristige Prognosen können daher aus dem gleichen Grund erfolgreich sein. Sie messen Marktschwankungen keine allzu große Bedeutung bei und werden nicht übermäßig von einzelnen Fakten beeinflusst. Es genügt zu erwähnen, dass sich die Märkte bereits weitgehend von der Corona-Krise erholt haben, während die Krise des Gesundheitswesens noch immer im vollen Gange ist. Im Folgenden werden die Prognosen einiger der von Fondsprofessionell berücksichtigten Investmentgesellschaften für bestimmte Anlageklassen genauer betrachtet.

Wenn es um globale Aktien geht, herrscht Optimismus: Die Spanne reicht von einer Rendite von 7,2 % pro Jahr, wie es BMO Wealth Management erwartet, bis hin zu dem von DWS prognostizierten Ertrag von 4,9 %. Die Bandbreite der Prognosen für die Rendite der globalen Aktien in den Industrieländern ist ähnlich: Union Investment spricht von +6,8%, während J. P. Morgan AM mit + 4,6% am ​​wenigsten optimistisch ist. Union Investment erwartet einen noch höheren Ertrag im Bereich der Schwellenländer, +9,5%, gefolgt von Allianz Global Investors, +7,5%; vorsichtiger hingegen sind Neuberger Berman und DWS, die +4,95% bzw. 4,9% prognostizieren. Bei den Prognosen für US-Aktien ist erneut Union Investment mit +6,5% am optimistischsten, während Allianz Global Investors mit +3,5 % vorsichtiger ist. Selbst europäische Aktien haben für Union Investment hervorragende Ertragsaussichten, sogar +8,1%, während die DWS von bescheideneren +4,5% spricht, die beiden gleichen Gesellschaften erwarten für japanische Aktien einen Ertrag von 6,3% bzw. 3%.

Im Anleihesegment erwartet Neuberger Berman einen stetigen Ausstieg aus den Negativzinsen für US-Staatsanleihen mit einem jährlichen Ertrag von 1,87%, dicht gefolgt von J. P. Morgan AM mit +1,5%. Auch für Allianz Global Investors wird die Rendite positiv ausfallen, aber bei +0,75% liegen. Bei den europäischen Staatsanleihen sehen die Zahlen jedoch anders aus: Union Investment erwartet sogar eine negative Rendite von -1,2 %, während J. P. Morgan AM davon ausgeht, dass es möglich sein wird, mit + 0,7% in den positiven Bereich zu gelangen. Letztere sieht sogar für US-Unternehmensanleihen eine positive Rendite von +2,5 %, während sie gemäß DWS 1,2 % betragen wird. Die Prognosen für europäische Unternehmensanleihen sind jedoch niedriger: Sie reichen von +1,6 % bei Franklin Templeton bis zu 0 %, wie von drei anderen Investmentgesellschaften erwartet. Bei Hochzinsanleihen öffnet sich die Schere wieder: bei US-Anleihen von +5,3% bei Neuberger Berman hin zu +2,3% bei DWS; bei europäischen Anleihen von 4,6% bei Franklin Templeton zu 1,5% bei DWS. Schließlich erwartet Neuberger Berman bei Schwellenländer-Anleihen einen Ertrag von 5,4 %, der bei der Deka auf 3,2 % reduziert wird.  

 

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