Vermögensverwaltung

Ab Juni neue Regeln für Wertpapierinstitute

Verfasst von MoneyController am 10.02.2021

Am 26. Juni dieses Jahres wird die europäische DFI-Richtlinie (EU) 2019/2034 in Kraft treten, die in Deutschland in Form eines „Wertpapierinstitutsgesetz“ (WpIG) umgesetzt wird. Als Wertpapierinstitute gelten Marktteilnehmer, die zur Ausübung von Tätigkeiten wie Finanzkommissionsgeschäfte, Finanzportfolioverwaltung, Vertragsvermittlung und Anlageberatung befugt sind.

Dieses Gesetz dient dazu, eine wichtige Unterscheidung im Finanzbereich zu treffen: Es trennt die Regulierung für Wertpapierinstitute vom Kreditwesengesetz (KWG). Die Begründung des Gesetzgebers ist, dass es nicht möglich sei, dasselbe Gesetz auf verschiedene Arten von Finanzdienstleistungen anzuwenden. Auf der einen Seite gibt es die Verwalter von Fonds und Anlageprodukten auf dem Finanzmarkt. Auf der anderen Seite gibt es das übliche Bankgeschäft mit dem Verleihen und Einlegen von Geldern. Dies sind zwei Aktivitäten mit Risikoprofilen, die zu unterschiedlich sind, um unter demselben gesetzgeberischen Dach zu bleiben.

Wenn dieses Argument jedoch sinnvoll ist, dann muss man hinzufügen, dass auch die so genannten Wertpapierinstitute nicht alle gleich sind, vor allem hinsichtlich der Größe ihrer Investitionen. Im Gegenteil, die Unterschiede sind derart, dass sie die europäischen und nationalen Gesetzgeber dazu veranlasst haben, weitere Unterscheidungen zwischen den verschiedenen Arten von Wertpapierinstituten zu treffen. Respektive werden drei Klassen von Instituten ermittelt, basierend auf der Größe des investierten Vermögens. Typologie Nummer 1 repräsentiert die großen, die eine Bilanzsumme von 15 Milliarden Euro oder mehr haben. Die anderen Klassen setzen sich aus mittleren bzw. kleinen Wertpapierinstituten zusammen.

Interessant ist, dass es - wie Matthias Gündel aus der Kanzlei Gündel & Kollegen in Göttingenin einem Interview mit der Website „Das Investment“ feststellte - in Deutschland nur Wertpapierinstitute der Klassen 2 und 3 gibt. In Deutschland gehören nur die Großbanken zur Klasse 1 (Institute, die die Finanzmärkte wirklich systemisch beeinflussen können). Zudem werden die meisten der 720 lizenzierten Wertpapierinstitute der Klasse 3 zugerechnet, d.h. den kleinen Instituten. In der Klasse 2 befinden sich etwas mehr als 70 Institute.

Einer der wichtigsten Aspekte des neuen Gesetzes, das die finanzielle Stabilität des Systems stärken soll, betrifft einige sehr präzise Kapitalisierungskriterien: Die Höhe des Eigenkapitals, des Anfangskapitals, des Kernkapitals und anderer Kapitalbegrenzungen wurden festgelegt.

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