Zinssenkung bedeutet nicht niedrige Zinsen: Warum eine Rezession immer noch zu befürchten ist

Thema: Staatsanleihen und Zinsen

Verfasst von MoneyController am 28.03.2024

An den Finanzmärkten mag der Irrglaube vorherrschen, dass die für dieses Jahr geplanten Zinssenkungen der EZB und der Fed zu einer expansiven Geldpolitik führen werden. Tatsächlich werden die Zinsen im Vergleich zur Geldpolitik noch vor wenigen Jahren im Durchschnitt hoch bleiben.

Sind die Märkte zu optimistisch, um eine weiche Landung zu erwarten?

Das Wachstum der Aktienmärkte - auch wenn es hauptsächlich von bestimmten Trends wie der künstlichen Intelligenz getrieben wird - ist ein Zeichen von Optimismus: Es scheint, dass die Märkte eine Reihe von Zinssenkungen und eine so genannte "sanfte Landung" für das wahrscheinlichste Szenario halten. Mit anderen Worten: Die Märkte erwarten, dass die Wirtschaft aus einer Phase restriktiver Geldpolitik herauskommt, ohne in eine Rezession zu fallen. Nicht alle halten dies jedoch für das wahrscheinlichste Szenario.

Weniger optimistisches Szenario und wahrscheinlichere Rezession

Gabriele Petrucciani zitiert im Corriere della Sera die Analyse von Donatella Principe, Direktorin für Markt- und Vertriebsstrategie bei Fidelity International. Die Managerin ist überzeugt, dass die Märkte das Ausmaß der Zinssenkungen überschätzen und die rezessiven Effekte der bisherigen Geldpolitik (Zinserhöhungen) unterschätzen. Aus diesem Grund kann das Risiko einer (wenn auch kurzen) Rezession nicht ausgeschlossen werden.

Zinssenkungen: Weniger restriktive, aber nicht expansive Geldpolitik

Hinsichtlich der Zinssenkungserwartungen weist Principe darauf hin, dass diese zu hoch sein könnten: Zum einen werde die Europäische Zentralbank die Kosten des Geldes höchstwahrscheinlich nicht vor Juni senken, während die geplante Zinssenkung der US-Notenbank nicht - wie von vielen Händlern erwartet - fünf, sondern nur drei betragen werde. Das bedeutet, dass die Kosten des Geldes mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Ende des Jahres sinken werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir in eine Phase expansiver Geldpolitik eintreten.

Die rezessiven Effekte der Kosten des Geldes müssen erst noch zum Tragen kommen

Außerdem, so Principe weiter, müsse man bedenken, dass die rezessiven Effekte der Geldpolitik nicht sofort einträten. Viele Unternehmen profitierten immer noch von sehr günstigen Kreditzinsen, da die Kredite zu einer Zeit aufgenommen wurden, als die Zinsen nahe Null lagen. Nun, da die Zinsen zwar sinken, aber nur langsam, könnte es für viele Unternehmen schwierig werden, neue Kredite zu erhalten, selbst wenn die Geldpolitik etwas weniger restriktiv ist als heute.

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