Die Herausforderungen der deutschen Lebensversicherung

Lebensversicherungen

Verfasst von MoneyController am 13.11.2021

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Das Magazin „Cash“ lieferte interessante Daten zur Lebensversicherung, basierend auf einer Übersicht, die von Henning Kühl, Chefaktuar bei Policen Direkt, angeboten und kommentiert wurde.

Lebensversicherung hält sich wacker

Die finanzielle Gesamtsituation der Lebensversicherer hat sich trotz der Pandemie nicht wesentlich verändert. Dies ist an sich, wie zu erwarten, eine gute Nachricht. Doch vorschneller Enthusiasmus ist fehl am Platz: Wie Kühl sehr deutlich macht, reichen die Erträge der Lebensversicherungen in den meisten Fällen gerade so aus, um die Garantien stabil zu bedienen. Am interessantesten ist vielleicht, dass gerade die Produkte, die Garantien beinhalten, hauptsächlich durch die Gewinne aus Risikokapital finanziert wurden. Mit anderen Worten: Die Zinsen fallen zwar weg, andererseits geben sie aber in gewisser Weise auch etwas zurück: Wie in dem Artikel erwähnt, ist ein Teil dieser Gewinne gerade auf die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt zurückzuführen.

Erträge und Garantien

Allerdings ist auch hinzuzufügen, dass bestimmte Faktoren den Handlungsspielraum der Versicherer eingeschränkt haben: „Aufgrund der gestiegenen Garantielast und der für die Verträge der Rechnungszinsgeneration 1,75 Prozent notwendigen Zinszusatzreserve konnten die Erträge in der Höhe aus dem Vorjahr nicht wiederholt werden“. Der Aspekt der Risikoerträge sollte in der Tat nicht überbewertet werden. Im Gegenteil, die Gewinne sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken und wurden nur teilweise durch Verwaltungsgewinne ausgeglichen.

Wie sich der Markt verändert und die Bedeutung von Transparenz

Generell erwartet Kühl angesichts der immer häufigeren Fusionen, die die Branche kennzeichnen, insgesamt einen Rückgang der Anzahl der Versicherer am Markt. Auf der Produktseite werden die fondsgebundenen Policen Marktanteile gewinnen, und die Höhe der Beitragsgarantien wird weiter sinken. Die Abwälzung eines Teils des Risikos auf die Kunden könnte sich positiv für die Kunden selbst auswirken, da sie auf lange Sicht eher ein gewisses Vermögen erwirtschaften und aufbauen würden. Schließlich geht Kühl auf einen Aspekt ein, der sowohl auf regulatorischer Ebene als auch aus Kundensicht von zentraler Bedeutung ist, nämlich die Informationstransparenz. Denn gerade dank der Informationstransparenz sei es möglich, den Versicherungsnehmern die Bedingungen der Leistungen und des Kapitalschutzes zu verdeutlichen.

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