Perpetual Bonds: Was sind sie, wie funktionieren sie?
Finanzprodukte
Verfasst von MoneyController am 20.05.2024
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Es gibt, zumindest theoretisch, eine ganz besondere Art von Anleihen, die kein Fälligkeitsdatum hat und praktisch ewig Kupons ausschüttet: Es handelt sich um Anleihen mit unbefristeter Laufzeit (Perpetual Bonds). Aber was sind sie und wie funktionieren sie?
Perpetual Bonds sind Anleihen, die kein Fälligkeitsdatum haben, d.h. sie schütten zum einen praktisch ewig Kupons aus und versetzen den Emittenten zum anderen in die Lage, das geliehene Geld nie wieder zurückzahlen zu müssen.
Wie James Chen auf dem Portal 'Investopedia' schreibt, ähneln diese Produkte in gewisser Weise eher einer Aktie, die regelmäßig Dividenden ausschüttet, als einer Anleihe. In jedem Fall, so Chen weiter, dürften diese Finanzprodukte nur eine sehr kleine Nische auf dem Markt besetzen: Es gibt nur wenige Emittenten, die als so solide eingeschätzt werden, dass sie in der Lage sind, die Zinsen für einen Schuldtitel praktisch unbegrenzt zu zahlen.
Es mag widersprüchlich erscheinen, aber wie wir auf der dem Thema gewidmeten Seite des italienischen Observatoriums für öffentliche Finanzen der Universität des Heiligen Herzens von Mailand lesen, sind heute keine ewigen Anleihen im Umlauf. Wie die Banco BPM - ebenfalls auf einer dieser Art von Finanzinstrumenten gewidmeten Seite - anmerkt, ist die Emission von ewigen Anleihen fast immer mit Kündigungsklauseln seitens des Emittenten verbunden, der sich daher oft das Recht vorbehält (wie in der Vergangenheit geschehen), sie vom Markt zu nehmen.
Wie wir auf der dem Thema gewidmeten Seite der italienischen Beobachtungsstelle für öffentliche Finanzen der Universität des Sacro Cuore von Mailand nachlesen können, gibt es mindestens drei sehr konkrete Risiken, die mit ewigen Anleihen verbunden sind: 1) das Risiko der Insolvenz des Emittenten; 2) die unbegrenzte Laufzeit kann dazu führen, dass auf dem Sekundärmarkt der Preis für das Risiko mit dem Preis einer geforderten höheren Rendite bezahlt wird: Das bedeutet mit anderen Worten, dass der Wert der Anleihen auf dem Markt sinkt; 3) das Liquiditätsrisiko, da es sich um Anleihen handelt, für die es heute keinen Markt gibt und die daher auf dem Sekundärmarkt schwer zu handeln wären.
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