Warum macht die Staatsverschuldung der Finanzwelt so viel Angst?

Thema: Finanzmärkte / Wirtschaft

Verfasst von MoneyController am 19.04.2024

Die Staatsverschuldung nimmt weltweit immer mehr zu. Aber was sind die Risiken in diesem Szenario?

Daten aus dem jüngsten 'Fiscal Monitor' des Internationalen Währungsfonds

In seinem jüngsten 'Fiscal Monitor' prognostiziert der Internationale Währungsfonds, dass die weltweite Staatsverschuldung 100% des globalen BIP erreichen könnte. Derzeit liegt dieser Wert bei 93% (9 Prozentpunkte über dem Niveau vor der Pandemie), aber die Ausgabenpolitik und die Steuersenkungen könnten ihn schnell ansteigen lassen. Wie Gianluca Di Donfrancesco in der italienischen Zeitung 'Il Sole 24 Ore' erklärt, betreffen die größten Sorgen des Internationalen Währungsfonds die USA und China: Ihre Verschuldung wächst und könnte 2029 in den USA 134% des BIP (von derzeit 123%) und in China 110% (von derzeit 88,6%) erreichen.

Die derzeitige Finanzpolitik könnte nicht ausreichen, um die Verschuldung einzudämmen

Auf der Pressekonferenz, auf der der 'Fiscal Monitor' vorgestellt wurde, erklärte der Leiter der Abteilung für fiskalische Angelegenheiten des Internationalen Währungsfonds, Vitor Gaspar, unter anderem, dass die Bemühungen zum Schuldenabbau nicht ausreichen: Wenn keine geeigneten fiskalpolitischen Maßnahmen ergriffen werden, so Gaspar, wird das Primärdefizit bis 2029 in einem Drittel der reichsten und aufstrebenden Länder und in einem Viertel der ärmsten Länder über einem destabilisierenden Niveau bleiben. In diesem Zusammenhang verwies Gaspar auch auf die Bedeutung des Produktivitätswachstums, das ein entscheidender Faktor für die Stabilität der öffentlichen Finanzen eines Landes ist.

Der Teufelskreis von schuldengetriebenem Wachstum und Zinsen auf Schulden

In seinem jüngsten Buch spricht der italienische Journalist Stefano Feltri in einem der Kapitel von einem "neuen Zeitalter der Schulden" und spricht von einer Wirtschaft, die "zunehmend auf Schulden basiert", die sich in der Tat "seit Mitte der 1970er Jahre verdreifacht haben". Es ist also so, dass viele Länder gezwungen sind, riesige Summen für Zinszahlungen auszugeben und zusätzliche Schulden zu machen, um sie zu tilgen. Wie können wir aus diesem Teufelskreis herauskommen? Eine Möglichkeit besteht darin, das BIP durch Produktivitätssteigerungen zu erhöhen. Andere Wege könnten jedoch ausgesprochen destabilisierend sein: Sie reichen vom Worst-Case-Szenario, d.h. dem Bankrott, über strenge Ausgabenkürzungen bis hin zum Freifahrtschein der Inflation, die den realen Wert der Schulden senkt, aber auch nicht zu vernachlässigende soziale und wirtschaftliche Auswirkungen haben kann. Mit negativen Folgen auch für die Finanzmärkte.

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