Finanzmärkte / Wirtschaft

Märkte setzen mehr auf Europa als auf die USA

Verfasst von MoneyController am 24.01.2023

In den letzten Monaten scheinen sich die Anleger an den Finanzmärkten zunehmend für europäische Aktien zu interessieren. Wie Jocelyn Jovene auf Morningstar bemerkt, scheinen die Anleger europäische Aktien den amerikanischen vorzuziehen.

Warum schneidet Europa besser ab als die USA?

Der Morningstar Europe Index hat sich seit etwa Mitte Dezember besser entwickelt als der Morningstar US Index. Die europäischen Aktien haben sich jedoch seit Mitte Oktober erholt. Jovene nennt vier Gründe, die die Bank Morgan Stanley als Erklärung für das wachsende Interesse der Anleger an Europa nennt. Die ersten beiden Gründe liegen in den Daten zur Gesundheit der europäischen Wirtschaft, die besser sind als erwartet, und in den Daten zu den Unternehmensgewinnen, die besser sind als in den USA. Der dritte Grund liegt in den niedrigeren Benzinpreisen. Der vierte Grund ist die größere Handelsneigung Europas gegenüber China.

Die langsame Rückkehr zur Vermögensverwaltung in Europa

Jovene erörtert auch Daten über Zuflüsse in Vermögensverwaltungsprodukte. Nach einer Periode massiver Abflüsse scheinen die privaten Spargelder in Europa langsam in Finanzprodukte (einschließlich Aktien) zurückzukehren. In den USA hingegen findet diese Umkehrung nicht statt.

Europäische Aktien sind billiger als US-Aktien

Ein weiterer Faktor, der für die europäischen Märkte spricht, ist die Bewertung vieler europäischer Aktien, die im Durchschnitt niedriger ist als in den USA. Der Grund für diese niedrigen Preise liegt in den sehr negativen Prognosen der Märkte für Europa im Jahr 2022. Heute hingegen haben sich die Prognosen für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft trotz der nach wie vor großen Unsicherheiten verbessert. Sollten sich die günstigen Bedingungen verbessern, haben europäische Aktien also noch etwas Spielraum für Wachstum.

Vorsicht vor anhaltenden Unsicherheitsfaktoren in Europa

Die verbesserten Prognosen für die europäische Wirtschaft bieten jedoch keine Garantien. Wie Jovene anmerkt, ist die Anleihekurve immer noch invertiert. Selbst Morgan Stanley weist auf das Risiko hin, dass die Unternehmensgewinne im Laufe dieses Jahres hinter den Erwartungen zurückbleiben und die Gaspreise wieder steigen werden. Außerdem, fügt Jovene hinzu, stimmt es, dass sich die Inflationszahlen verlangsamen. Die Erwartungen einer Verlangsamung der restriktiven Geldpolitik der EZB könnten jedoch enttäuscht werden.  

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