Französische und europäische Wahlen erschüttern die Märkte, aber vielleicht nur auf kurze Sicht

Finanzmärkte / Wirtschaft

Verfasst von MoneyController am 17.06.2024

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Das Ergebnis der Europawahlen hat in den Zeitungen viel Raum eingenommen, insbesondere im Zusammenhang mit den Ereignissen in einigen großen Ländern. Aber welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Märkte?

Europawahlen und Wahlen in Frankreich

Das vielleicht wichtigste Ereignis im Anschluss an die Europawahlen betraf Frankreich, wo der französische Präsident Emmanuel Macron (der bereits erklärt hat, dass er bis zum natürlichen Ende seiner Amtszeit im Jahr 2027 im Amt bleiben wird) Neuwahlen ausrief. Der Grund dafür war der Wahlerfolg der derzeit größten Oppositionskraft, des Rassemblement National, angeführt von Marine Le Pen und Jordan Bardella. Doch wie wirken sich diese Ereignisse auf die Finanzmärkte aus?

Ängste vor Instabilität könnten übertrieben sein

In 'Il Sole 24 Ore' berichtet Morya Longo über einige der Überlegungen, die während des Amundi World Investment Forums (in Paris) angestellt wurden. In einem Interview mit Longo ist Anna Rosenberg, Leiterin der Abteilung Geopolitik bei Amundi Investment Institute, der Meinung, dass diese Wahlen keine besonderen Folgen haben werden und dass einige Annahmen über die Instabilität von Ländern wie Frankreich oder Deutschland (wo die SPD, die Partei von Bundeskanzler Olaf Scholz, eine schwere Wahlniederlage erlitten hat) übertrieben sind.

Die Ergebnisse an den Aktienbörsen

In der Zwischenzeit, so Longo in 'Il Sole 24 Ore', haben die Börsen jedoch eher negative Ergebnisse erzielt. Betrachtet man die letzten fünf Tage, so sieht die Bilanz wie folgt aus: fast -4% für den CAC 40 und -3% für den deutschen DAX, -3,37% für den spanischen IBEX, und selbst der FTSE MIB schloss mit einem Verlust, obwohl die Ergebnisse - ein Einzelfall in Europa - die Führung der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihrer Partei, der Fratelli d'Italia, gestärkt haben.

Mehr als Befürchtungen, Vorsicht im Hinblick auf die französischen Wahlen

Eine weitere interessante Bewegung, so Longos Artikel in 'Il Sole 24 Ore', betrifft den Markt für Staatsanleihen: Die Zinsen für französische, italienische und spanische Staatsanleihen sind gestiegen, während die Zinsen für deutsche Anleihen gesunken sind. In diesem Zusammenhang berichtet Longo über eine Überlegung des Chefstrategen von Intermonte, Antonio Cesarano, der darauf hinweist, dass sich die Anleger eher vorsichtig verhalten, als dass sie Angst zeigen und zumindest den Ausgang der französischen Wahlen abwarten.  

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