Deutsche Wirtschaft schwächt sich erneut ab, Industrieproduktion -3%

Thema: Finanzmärkte / Wirtschaft

Verfasst von MoneyController am 09.02.2024

Nach einem Rückgang des BIP um 0,3 Prozent im Jahr 2023 ist Deutschland von weiteren negativen Daten für die Industrieproduktion betroffen.

Schrumpfung der deutschen Industrieproduktion

Die Wirtschaftskrise in Deutschland scheint schlimmer zu sein als erwartet. Die Daten zur Industrieproduktion (Jahresvergleich mit Dezember 2022) sind schlechter als erwartet: -3% gegenüber der Prognose von -2,4%. Für Dezember weisen die Daten des Statistischen Bundesamtes zudem einen konjunkturell bedingten Rückgang der Industrieproduktion um 1,6% aus: Dies ist sowohl schlechter als erwartet (-0,5%) als auch schlechter als im November (-0,2%).

Ursachen der Wirtschaftskrise in Deutschland

Die Gründe für die aktuelle Krisensituation der deutschen Wirtschaft sind vielfältig. Isabella Bufacchi schreibt in 'Sole 24 Ore' von einer schwachen Nachfrage im In- und Ausland, zu der eine noch nicht vollständig gelöste Energiekrise, die hohen Zinssätze der EZB, die Kürzung der öffentlichen Ausgaben, Engpässe in der Lieferkette und internationale Spannungen, unter anderem im Zusammenhang mit dem Suez-Kanal, hinzukommen (Bufacchi schreibt, dass die Häfen von Bremen und Hamburg einen Rückgang von 25% bei den ankommenden Handelsschiffen verzeichneten).

Energieintensive Sektoren am stärksten betroffen

Dass die Energiekrise nach wie vor die wirtschaftliche Dynamik des Landes belastet, zeigen die Daten für die energieintensivsten Sektoren der deutschen Industrie: Die Daten für die deutsche Wirtschaft zeigen einen Rückgang von 7,6% im Chemiesektor - laut Bufacchi war die Produktion in diesem Sektor seit 1995 noch nie so niedrig - aber auch die Produktion von Metallen, Glas und Keramik (weitere energieintensive Sektoren) verzeichnete einen Rückgang von 5,8%. Auch andere Wirtschaftszweige waren von Schrumpfung gekennzeichnet (Immobilien, Maschinenbau, elektronische Geräte); zu den wenigen positiven Ausnahmen gehörte der Fahrzeugbau.

Lieferketten und schwache Exporte

Ebenfalls in 'Il Sole 24 Ore' versucht Fabrizio Onida, die Fäden dieser Situation zu ziehen und die Gründe für die Krise der größten europäischen Wirtschaftsmacht zu erklären: Deutschland ist eine verarbeitende und exportorientierte Wirtschaft, daher ist es normal, dass es a) unter Problemen in der Lieferkette für Waren und Energie und b) unter einem Rückgang der Aufträge aus dem Ausland leidet.

Siehe auch

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