Investieren in ETFs: Was sind die Vor- und Nachteile?

Thema: ETF

Verfasst von MoneyController am 10.10.2023

Unter den gängigsten und potenziell renditestärksten Anlageformen, die in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen haben, nehmen ETFs zweifellos eine herausragende Stellung ein. Für viele Menschen sind sie der erste Schritt auf dem Weg zu einer soliden Finanzplanung. Dies kann jedoch ein komplexer Prozess sein, bei dem alle Vor- und Nachteile dieser Anlageform gegeneinander abgewogen werden müssen.

Einstieg in die Anlage in ETFs

Der erste Schritt, um in ETFs zu investieren, besteht darin, ein Girokonto zu eröffnen und diesem ein Wertpapierdepot zuzuordnen. Dieses Depot dient als Aufbewahrungsort für die ETFs, die Sie in Ihr Portfolio aufnehmen möchten. Es ist wichtig zu verstehen, warum diese Instrumente ein wertvoller Bestandteil der eigenen Finanzstrategie sein können, aber ebenso wichtig ist es, einige häufige Fallstricke zu vermeiden. Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds (börsengehandelte Fonds) und bezeichnet eine bestimmte Kategorie von Anlageinstrumenten mit besonderen Merkmalen im Vergleich zu den bekannteren Investmentfonds. Ein wesentliches Merkmal ist ihr "passives" Management. Das Hauptziel der ETF-Manager besteht darin, einen bestimmten Index, den so genannten Referenzindex, genau nachzubilden, indem sie die Vermögenswerte des ETF so verwalten, dass der Preis mit der Performance des Referenzindex übereinstimmt. Eine weitere Besonderheit dieser Instrumente ist ihre Börsennotierung: ETFs können wie Aktien an geregelten Märkten gekauft und verkauft werden.

Welches sind die Vorteile?

Diese Anlagen bieten viele Möglichkeiten, können aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Deshalb ist es wichtig, ihre Funktionsweise genau zu verstehen und zu wissen, wie sie in den persönlichen Finanzplan integriert werden können.

ETFs haben eine Besonderheit, die sie einzigartig macht: Sie können wie einzelne Aktien gehandelt werden, ermöglichen aber gleichzeitig ein Engagement in einen großen und diversifizierten Korb von Basiswerten. Diese Vielseitigkeit bietet den Anlegern ein breites Spektrum an Anlagemöglichkeiten.

Die meisten ETFs verfolgen eine passive Replikationsstrategie, d.h. sie versuchen nicht, den zugrunde liegenden Markt zu übertreffen, sondern bilden ihn exakt nach. Dadurch wird sichergestellt, dass die Anleger eine Rendite erzielen, die der Performance des zugrunde liegenden Index oder Korbs entspricht. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu Investmentfonds, bei denen der Fondsmanager unter bestimmten Marktbedingungen höhere Renditen erzielen kann.

ETFs bieten eine Reihe wichtiger Vorteile:

-Diversifizierung: ETFs ermöglichen es Anlegern, ihre Portfolios zu diversifizieren und Zugang zu Sektoren oder Ländern zu erhalten, die für Anleger mit begrenztem Kapital sonst nur schwer zugänglich wären. Durch die Investition in ein großes und diversifiziertes Portfolio von Wertpapieren wird das mit der Investition verbundene spezifische Risiko drastisch reduziert, wie dies auch bei Investmentfonds der Fall ist. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit von hohen Verlusten aufgrund von Ereignissen, die nur für ein einzelnes Wertpapier oder einen einzelnen Sektor spezifisch sind, stark reduziert wird, da ETFs ein breites Spektrum von Vermögenswerten abdecken.

-Transparenz: Die passive Replikationsstruktur von ETFs in Verbindung mit der Börsennotierung gibt den Anlegern jederzeit einen klaren Überblick über die Wertentwicklung ihrer Anlage.

-Verringerung des Emittentenrisikos: ETFs verfügen über getrennte Vermögenswerte, wodurch das Ausfallrisiko im Vergleich zu Direktanlagen in Aktien oder Anleihen einzelner Unternehmen verringert wird.

-Kostenersparnis: ETFs zeichnen sich durch extrem niedrige Verwaltungsgebühren aus, die oft unter 1 Prozent liegen. Zudem fallen im Gegensatz zu Investmentfonds keine Ausgabeaufschläge, Rücknahmeabschläge oder Performancegebühren an. Anlegerinnen und Anleger müssen lediglich die Handelskosten ihrer Bank oder ihres Brokers berücksichtigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass börsengehandelte Fonds den Anlegern eine effiziente und erschwingliche Möglichkeit bieten, ihr Portfolio zu diversifizieren, das Risiko zu verringern und die Transparenz zu erhöhen, und dies in der Regel zu niedrigeren Kosten als bei anderen Anlageformen. Es handelt sich um leicht zugängliche Instrumente mit sehr niedrigen Mindestanlagebeträgen, die auch für Anleger mit geringem Kapital geeignet sind.

Was sind die Nachteile?

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass ETFs auch einige Nachteile haben können. Jedes Mal, wenn Sie Anteile eines ETF kaufen, müssen Sie eine Provision an den von Ihnen gewählten Vermittler zahlen, auch wenn Sie die Gewinne wieder in den Fonds selbst investieren. Dies kann insbesondere bei einem kurzfristigen Anlagehorizont erhebliche Auswirkungen haben. Darüber hinaus schränkt die passive Verwaltung von ETFs das Renditepotenzial ein. ETFs sind so konzipiert, dass sie einen bestimmten Referenzindex nachbilden, was bedeutet, dass sie diesen Referenzindex nicht übertreffen können. Wenn Sie in einen bestimmten Sektor oder Markt investieren und der Referenzindex über einen längeren Zeitraum fällt, hat der Fondsmanager keine Möglichkeit, den Markt zu übertreffen. Dies kann für Anleger, die eine höhere Rendite anstreben, eine Einschränkung darstellen.

Benchmark-Konzept bei ETFs

Bei börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Funds, ETFs) wird das Benchmark-Konzept aus einer anderen Perspektive betrachtet als bei Investmentfonds. ETFs sind passiv verwaltete Instrumente, deren Hauptziel darin besteht, einen Referenzindex getreu nachzubilden. Dies bedeutet, dass die "Legitimität" eines traditionellen ETF umso höher ist, je näher seine Performance an der seines Referenzindex liegt. Mit anderen Worten, das Ziel eines ETF-Managers ist es, die Differenz zwischen der Performance des ETF selbst und der seines Referenzindex zu minimieren, ein Konzept, das als "Tracking Error" bekannt ist.

Siehe auch:

Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

Investieren in ETFs: Was Sie wissen sollten

ETFs, die Kupons wie Anleihen ausschütten, kommen nach Europa

Ist der ETF, in den ich investiere, ausreichend diversifiziert?