ETFs, die das Volatilitätsrisiko für Aktienanleger reduzieren

Thema: ETF

Verfasst von MoneyController am 07.11.2023

In einer Situation zunehmender Unsicherheit an den Märkten suchen Anleger nach Produkten, die ihrer Risikotoleranz entsprechen. ETFs mit niedriger Volatilität (Low-Volatility-ETFs) können für Anleger interessant sein, die nicht auf ein Exposure am Aktienmarkt verzichten wollen, aber die Risiken der derzeit hohen Volatilität scheuen.

Was sind Low Volatility ETFs?

Low-Volatility-ETFs sind Anlageinstrumente, die Anleger weniger abhängig von den Kursschwankungen an den Aktienmärkten machen sollen. Wie Jörg Bernhard auf dem "ExtraETF"-Portal erläutert, sind diese Produkte potenziell attraktiv für risikoaverse Anleger, die in einer Situation zunehmender Unsicherheit aufgrund verschiedener Faktoren - von anhaltenden Konflikten über Rezessionsrisiken bis hin zu Inflation und steigenden Zinsen - Stabilität suchen.

Begrenzung des Exposures gegenüber den volatilsten Aktien

Diese ETFs versuchen, die typischen Produktvorteile mit den Stärken sicherer Finanzprodukte zu kombinieren: Diversifikation, Transparenz, Liquidität, geringere Kosten, aber auch geringeres Risiko. Doch wie sind diese Produkte strukturiert, um das Volatilitätsrisiko zu begrenzen? Diese börsengehandelten Fonds können Aktien auswählen, die nachweislich weniger empfindlich auf Marktschwankungen reagieren, und zwar auf der Grundlage historischer Kennzahlen wie Standardabweichung und Beta, also Kennzahlen, die die Volatilität einer Aktie im Verhältnis zum Gesamtmarkt messen.

Volatilitätsindizes deuten auf steigende Unsicherheit hin

Bernhard spricht bei der Berechnung der Unsicherheit aber weniger von historischen Daten als vielmehr von Volatilitätsindizes: Die Prognosen der Volatilitätsindizes, so Bernhard, basieren auf aktuellen Daten, also darauf, wie viel Händler bereit sind, für diese Unsicherheit am Terminmarkt zu bezahlen. Diese Indizes zeigen, wie die Unsicherheit an den Märkten tatsächlich zunimmt, was die Anleger vermehrt zu Low-Volatility-ETFs treiben könnte.

Geringeres Risiko, aber geringere Renditechancen

Low-Volatility-ETFs sind somit eine Möglichkeit für Anleger, sich am Aktienmarkt zu beteiligen und gleichzeitig das Risiko zu begrenzen. Diese risikoreduzierende Strategie setzt allerdings voraus, dass nicht nur die Verluste, sondern auch die erwarteten Renditen niedrig sind, wie Bernhard betont: Denn eine geringere Renditechance ist eben der Preis für ein geringeres Risiko.

Siehe auch

Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

Investieren in ETFs: Was sind die Vor- und Nachteile?

Investieren in ETFs: Was Sie wissen sollten