Die Stunde der Anleihenanleger ist gekommen

Thema: Anlagen

Verfasst von MoneyController am 22.09.2023

Wenn der Höhepunkt der restriktiven Geldpolitik erreicht ist, könnte dies ein besonders günstiger Zeitpunkt für Anleiheinvestoren sein (auch Renten-ETFs entwickeln sich gut).

Ende des Zinserhöhungszyklus?

Einige Analysten glauben, dass die Zentralbanken den Höhepunkt der Zinserhöhungen erreicht haben. In einem Interview mit Sara Silano von Morningstar sagte Rocco Bove, Head of Fixed Income bei Kairos Partners SGR, dass auch die Zentralbanken (insbesondere die EZB und die Fed) Anzeichen oder zumindest Hinweise darauf gegeben haben, dass der Zinserhöhungszyklus im Wesentlichen vorbei ist (auch wenn eine Zinssenkung erst 2024 in Aussicht gestellt wird).

Die Renditekurve von Anleihen

Eine der Folgen des Erreichens des Höhepunktes des Zinserhöhungszyklus betrifft die Renditekurve. Normalerweise zeigt die Kurve höhere Zinsen für Anleihen mit längerer Laufzeit (im Verhältnis zur Duration) und niedrigere Zinsen für Anleihen mit kürzerer Laufzeit. Die restriktive Geldpolitik hat zu einer Inversion der Kurven geführt, so dass die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen im Vergleich zu zehnjährigen Anleihen Rekordhöhen erreicht haben.

Kurveninversion in Sicht?

Das sei nichts Ungewöhnliches, erklärt Bove: "Dass sich die Zinskurve umkehrt, ist am Ende einer Kreditkrise normal. Aber je weiter man sich vom Höhepunkt der Kreditkrise entfernt, desto mehr kehrt die Kurve zu ihrer charakteristischeren Form zurück: Bei gleichem Produkt und gleicher Bonität des Emittenten entspricht die Duration in der Regel einer höheren Kuponrendite (man geht davon aus, dass das Risiko einer Anlage normalerweise mit der Zeit zunimmt).

Ein potenziell günstiger Zeitpunkt für Anleiheinvestoren

Für Bove ist dieses Umfeld in mehrfacher Hinsicht günstig für Anleiheinvestoren. Erstens sind die Anleiherenditen deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Zweitens, so Bove, der in seiner Strategie vor allem auf mittlere Laufzeiten und hohe Qualität setzt, sei es wahrscheinlich, dass sich die Renditekurve umkehrt, so dass Anleger sowohl auf der Zins- als auch auf der Kapitalseite profitieren. Im letzteren Fall würde die Emission neuer Anleihen mit niedrigeren Renditen diejenigen begünstigen, die höhere Kupons ausschütten (die Nachfrage würde steigen und damit auch der Preis).

Siehe auch

ETFs: Nordamerika an der Spitze und Staatsanleihen-Boom in Europa

Kurzfristige Anlagen, was bietet der Markt?

AT1-Anleihen: Was sind sie und welche Risiken bergen sie?

EZB, Entscheidungen erwartet, aber nicht vorhersehbar: Warum?

Aus dem Glossar:

Duration

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