Altersvorsorge

Selbstüberschätzung ist ein Risiko für Anleger

Verfasst von MoneyController am 20.01.2023

Selbstüberschätzung ist eines der Risiken, die von der Behavioral Finance erkannt werden. Dies kann unter anderem dazu führen, dass man eine angemessene Portfoliodiversifizierung vernachlässigt oder zu einem unbewussten Spekulanten wird. Wir greifen hier einige Überlegungen zweier Experten auf diesem Gebiet auf, über die auch Greg Iacurci in einem Artikel für 'CNBC' berichtet hat.

Das Risiko der Selbstüberschätzung in Bezug auf das eigene Finanzwissen

In einer Studie der amerikanischen Aufsichtsbehörde für die Finanzindustrie (FINRA) schätzten 64% der befragten Anleger ihr Finanzwissen als hoch ein und 42% derselben Stichprobe gaben an, dass sie sich bei Finanzentscheidungen sicher fühlen. Allerdings hat FINRA gerade bei denjenigen, die sich selbst für besser informiert halten, die höchste Fehlerquote festgestellt. Dies gilt insbesondere für junge Menschen, die "potenziell falsch informiert" sind.

Den Markt zu schlagen ist viel schwieriger, als es aussieht

Iacurci berichtet über einige Bemerkungen von Omar Aguilar, Managing Director und CIO von Charles Schwab Asset Management. Aguilar ist der Meinung, dass Selbstüberschätzung zu schlechteren Anlageergebnissen führen kann. Viele Anleger denken zum Beispiel, dass sie den Markt leicht schlagen können, ohne zu bedenken, dass es selbst für Profis schwierig ist, dies zu tun. Darüber hinaus führt Selbstüberschätzung zu mehr Transaktionen als nötig, was die Investitionskosten erhöht.

Viele Anleger suchen nach einer Bestätigung für ihre Vorurteile

Interessant sind auch die Ausführungen von Dan Egan, Vizepräsident für Behavioral Finance und Investment bei Betterment. Egan weist darauf hin, dass es eine weit verbreitete Einstellung ist, das eigene Ego schützen zu wollen, da es uns befriedigt, eine gute Meinung von uns selbst zu haben. Dies führt jedoch dazu, dass wir eine Bestätigung dessen suchen, wovon wir bereits überzeugt sind, anstatt nach objektiven Informationen zu suchen. Unter diesem Gesichtspunkt führt der Zugang zu Informationen im Internet, aber auch in sozialen Netzwerken, leichter zum so genannten Confirmation Bias, d.h. der Suche nach Informationen, die unsere Vorurteile bestätigen.

Vorsicht vor Investitionen, die hohe Renditen in kurzer Zeit versprechen

Egan erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit von Informationen zu überprüfen, die so leicht zu finden sind. Außerdem weist er darauf hin, dass Selbstüberschätzung noch gefährlicher wird, wenn man auf Anlagen stößt, die in kurzer Zeit hohe Renditen versprechen.

Lesen Sie auch:

Was ist Behavioral Finance?

Portfoliorisiko – Wie Sie das Risiko Ihres Anlageportfolios messen und steuern können

Was ist mit unbewussten Spekulanten gemeint?

 

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